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Die Freiheit, wir selbst zu sein

Diesen Artikel habe ich im Jahr 2002 geschrieben. Gefühlt ist es sehr viel länger her. Mir scheint, dass ich seit dieser Zeit Hunderte von Leben durchlebt habe, mich erinnernd, mich weiter verändernd und mein Bewusstsein beständig ausdehnend.

Die Stimme des Herzens, über die ich schreibe erklang in mir 1987. Der Wunsch herauszufinden, wer ich wirklich bin und alles dafür zu geben, um dieses Ziel zu erreichen.

Mein mir bekanntes Leben aufzugeben war alles andere als leicht. Mich zum ersten mal neu zu erfinden, ein Prozess, der sich über mehr als ein Jahrzehnt erstreckte.
Nach und nach kamen die Erinnerungen zurück, Leben um Leben um Leben, die ich einst gelebt hatte. Menschen kreuzten meinen Weg, die ich einst kannte.

Mir wurde mit aller Deutlichkeit bewusst, dass der Schatten, den diese Leben warfen, bis in die Gegenwart reicht.

Die Vergangenheit Einfluss hat, auf unser Denken, Fühlen und welche Entscheidungen wir treffen. Darauf, wie wir die Welt betrachten, was wir klar erkennen oder übersehen.

Unsere bereits gesammelten Erfahrungen der Grund sind vor was, wem und warum wir uns fürchten.  Diese zugleich der Schlüssel sind, die Kraft zu finden, uns unseren Ängsten zu stellen und über uns selbst hinaus zu wachsen

Die Stimme des Herzens

Die Entscheidung unser altbewährtes Leben hinter uns zu lassen, mag an der Stimme liegen, die unsrem innersten Wesen entspringt. Einer Stimme, die wir von klein auf kennen.  Eine Stimme, die präsent wird, wird es in uns still. Wir spüren, dass etwas nicht stimmt. Kaum wissen wir, um was genau es sich da handelt. Allein, es ist uns unmöglich, so weiterzumachen wie bisher. 
So begebten wir uns auf die Suche. Gleich den Helden in den Sagen und Mythen unserer Kindheit, begebt wir uns auf eine Reise ins Unbekannte.

Visionssuche

In Kulturen, die den Naturreichen, den Ahnen und der unsichtbaren Welt nahe stehen, macht der Suchende sich auf, eine Vision zu finden. Einen Weg, sich selbst zu spüren. Die Sinne zu klären. Sich in aller Ruhe selbst zu betrachten, um das eigene Leben wieder in Einklang zu bringen mit einer größeren Harmonie. Ein Weg der Innenschau, der Läuterung und der Wandlung.

Uns aufzumachen, um das was vertraut erscheint und mancherlei Sicherheit verspricht, hinter uns zu lassen.

Einen großen Schritt zu wagen. Voller Tatkraft machen wir uns auf, unserem Leben eine neue Wendung zu geben. Unserem Leben wieder Sinn zu verleihen. Dort wo sich Leere auftut, Unbehagen und eine Art Fremdheit gegenüber uns selbst uns den Atem nimmt, selbst auferlegte Bande zu sprengen. Das Ziel, das uns einst erstrebenswert erschien, als erfüllend und wert ihm unser Leben zu widmen, wird an einem Punkt wo es erreicht ist, zu einer Fessel. Ein Gefängnis, dessen Mauern an jedem Tag näher rücken. Wir kleiner und kleiner werden, bis wir uns im Extremfall selbst verlieren.

Wir spüren die Sehnsucht unseres Herzens. Eine verlorene Erinnerung, die uns antreibt. Ein Verlangen, das gesteuert wird von einer höheren Macht.

Dieser Moment des Aufbruchs wird in den Mysterienschulen beschrieben als der Moment, da unsere Seele uns berührt. Wir wissen, dass allein den Belangen der Welt zu folgen, uns keine Erfüllung mehr bietet. In uns eine tiefe Unruhe erwächst und gleich was wir tuen diese zu lindern, es darum geht, uns auf die Suche zu begeben.

Weckruf

Oft geht diese Unruhe einher mit einem Ereignis. Einer Synchronizität. Etwas Unerwartetem, was einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Etwas, was uns aufrüttelt wie erschüttert.

Etwas, was unseren bisheriges Blick auf die Welt ins wanken bringt. Was uns aufzeigt, dass Kräfte im Spiel sind, die unser Verstand nur zu gerne als Unerklärlich abtut. Doch es ist an der Zeit, unserem Verstand die alleinige Macht über unser Leben abzusprechen.

Und so beginnt das Ringen von Verstand und Seele um unser Leben. Dieses Ringen vollzieht sich in verschiedenen Phasen. Jede dieser Phasen umfasst ein klar umrissenes Thema.

Betrachten wir den Weg der Einweihung, wie er über Jahrtausende in den Mysterienschulen praktiziert wurde, vom Schüler zum Adepten, zum Meister und Lehrer, so führen alle Wege zu einem Ziel:

Vollkommene Bewusstheit zu erlangen und EINS zu werden mit allem Leben. Die Schleier der Getrenntheit zu lichten. Jegliche Angst zu überwinden. Unseren Frieden zu machen, mit der Welt der Erscheinungen.

Denn auf dieser Reise wird eines klar, nichts in der Welt, die sich dem bloßem Auge darstellt, ist so wie es scheint. Zwischen dem ersten Schritt und dem Moment, da wir unser Schicksal selbst in die Hand nehmt, liegen Jahre. Sogar viele Jahre. Sogar viele Leben. Auf unserer Reise wird uns bewusst, dass wir niemals allein seid.

Dass wir Begleiter haben, die uns gute Weggefährten sind. Menschen, die uns nahe stehen und dass diese Vertrautheit älter ist die Zeit.

Menschen, denen wir zum ersten mal begegnen und wir wissen dass wir verbunden sind auf eine Art und Weise, die dem Verstand gänzlich unverständlich ist.

Doch hier ist es unser Herz, das zählt. Auf dieser Reise besuchen wir Orte, Städte, Plätze und wir wissen, berührt unser Fuß den Boden, dass wir hier schon einmal gestanden haben. Dass, auch wenn wir uns noch nicht erinnern, sich die Erde an uns erinnert.

Vertrauen

Unser Leben beginnt Sinn zu machen, innerhalb eines größeren Kontext. Wir schaffenPlatz in uns, so dass ein höherer Plan Gestalt annimmt. Dem Leben wieder zu vertrauen, ist keine so einfache Sache. Je nachdem wie unser Leben bislang verlaufen ist. Wie glücklich unsere Kindheit war. Wie Konflikte mit Menschen, denen wir nahe standen ausgegangen sind. Wohin uns Momente, in denen wir freimütig unsere Liebe offenbart haben, geführt haben.

So hat uns das Leben gezeichnet, hat die eine oder andere Verletzung hinterlassen. Diese Wunden wollen heilen. Auf unserer Reise in eine neue Zukunft bleibt uns keine Wahl, als genau das zu betrachten, was uns verletzt hat.

Zu wachsen bedeutet immer, uns tiefer zu verwurzeln. Ein Abbild dafür, uns unserer Angst zu stellen. Inneren Aspekten unseres Wesens, die Zweifel und Zwietracht sähen den Garaus zu machen und jedwede Furcht vor dem, was sich im Schatten verbirgt, zu überwinden.

Wir wählen ein Leben in Freiheit.

Eine Freiheit, die uns gestattet, uns der ewiglichen Aspekt unseres Seins bewusst zu werden.

Wir Gewissheit haben, wer wir sind und weshalb wir hier sind.

Ich freue mich, euch auf eurer Reise zu begleiten.

Birgit Ruttkowski

An dieser Stelle kommt es darauf an, wie gut unsere Werkzeugkiste bestückt ist. Ob wir unsere natürlichen Talente ausgebildet haben und neue Fertigkeiten hinzugewonnen.

Zu wissen, wer wir sind, bedeutet gleichfalls zu wissen wer wir keinesfalls sind.

Wir weder unsere Eltern sind, noch unsere Familie oder Vorfahren.

Weder haben Ereignisse und Erfahrungen vergangener Inkarnationen Macht über uns, noch gestatten wir, dass niedere Begierden und Leidenschaften über unser Leben bestimmen.